Islands Bankensystem vor der Kernschmelze?
Zugegeben, die Überschrift klingt etwas reißerisch, doch ist sie gar nicht so weit hergeholt. Islands Banken könnte in der Tat die Kernschmelze drohen. So besteht das dortige Bankensystem mit seiner gesetzlichen Sicherung aus drei großen Banken und erst zu Beginn dieser Woche musste eine der drei größten Banken, die Glitnir Bank, verstaatlicht werden, um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren.
Deutsche Anleger wären von einem Zusammenbruch insofern betroffen, als es ihre Spareinlagen auf Tages- und Festgeldern isländischer Banken beträfe. Hier ist besonders die Kaupthing Bank zu nennen, welche bislang zwar solide Zahlen vorgelegt hat, aber alleine mehrere hundert Millionen Euro Spareinlagen deutscher Anleger verwaltet. In Summe betragen die Einlagen der isländischen Banken rund das Neunfache des isländischen Bruttosozialproduktes. Von daher stellt sich die berechtigte Frage, inwiefern der isländische Staat im Falle eines Zusammenbruches seines Bankensystems wirklich für die Einlagen ausländischer Kunden gerade stehen kann. In einem Eilgesetz hat Island daher am Dienstag, dem 7. Oktober 2008, sein Bankensystem verstaatlicht.
Aus diesem Grund empfiehlt es sich für Sparer derzeit, lieber auf das letzte Quentchen Zinsen zu verzichten, und stattdessen auf Sicherheit zu setzen. Für inländische Kreditinstitute, für welche nach Aussagen unseres Finanzministers ab sofort eine staatliche Garantie aller Einlagen besteht, gibt ein aktueller Vergleich von Tagesgeldzinsen immerhin etliche Angebote mit Renditen von 4,50 Prozent fürs erste Jahr aus. Wer noch höhere Zinsen haben will, sollte zum Festgeld greifen. Hier sind bei ebenfalls zwölf Monaten Anlagedauer derzeit sogar über 5,00 Prozent Rendite zu erzielen, und das bei höchstmöglicher Sicherheit.