Meknes, Marokkos geheimer Handelsfavorit
Im Norden Marokkos, am Fuße des nördlichen Atlasgebirges liegt Meknes, die dritte Königsstadt des Landes. Der Sultan der Alawiden Mulai Ismail erhob sie im Jahre 1672 zur Hauptstadt, bis sie 1727 wieder von dem nur 60 Kilometer entfernten Fès abgelöst wurde. Das Umland der Provinzstadt, ist die fruchtbarste in Marokko. Und so kommt es, dass sich Meknès im Laufe der Zeit zu einem unverzichtbaren, wirtschaftlichen Knotenpunkt des westafrikanischen Landes entwickelt hat. Auf dem Place el Hedim, einem überdachten Marktplatz vor dem Stadttor bieten die Händler der Umgebung den Ertrag ihrer Ernten an. Von Getreide über Hülsenfrüchte, Datteln, Mandeln, Oliven und auch Tabak, die Fruchtbarkeit und Vielseitigkeit der Region kennt keine Grenzen. Wie auch die Kennzeichnungen in deutschen Obst- und Gemüsemärkten beweisen, dank Meknès beginnt die Erdbeer- und Spargelzeit in heimischen Restaurants und Esszimmern bereits im März und zieht sich bis in den späten Herbst. Auch andere Obst- und Gemüsesorten, die in deutschem Klima nur vorübergehend zu ernten sind, sind aus marokkanischer Zucht ganzjährlich und zu bezahlbaren Preisen zu erhalten. Im Baustoffhandel, im Speziellen dem Geschäft mit dem Zement ist Meknès ebenfalls Marktführer Marokkos und verschifft seine international anerkannte Wahre von hier aus in alle Welt. Auch Teppiche und Wollstoffe verschiedenster Art finden wegen des Baumwollanbaus der umliegenden Plantagen in Meknès einen geeigneten Umschlagplatz. Diesen Umständen ist es wohl zu verdanken, dass auch die nationale Landwirtschaftsschule in hier ihren Sitz hat. Die international hoch angesehene Handelsmesse fand im Jahre 2008 in Meknès statt, was den nicht mehr zu übersehenen weltweiten Stellenwert des hier angesiedelten marokkanischen Handelszentrums nur unterstreicht.