Dresden will nach 40 Jahren Abstinenz Nachrichten!
Wer Nachrichten aus Dresden betrachtet, der wird gewiss sofort an Mielke und Co. denken. Denn Dresden, insbesondere Dresdner Nachrichten hatte es in den letzten 20 Jahren diffizil: Wer an Reportagen bekommen wollte, der musste schon eine Weile fahren. Zu Hause vor dem eigenen TV-Gerät kam außer dem klassischen Station kaum ein anderes Programm. Das Privatfernsehen gab es nur an anderen Dörfern in Sachsen oder der DDR. In Dresden gab es anstatt News nur Grieß auf dem Schirm.
Doch wieso das denn? Die Antwort ist logisch: Dresden liegt in einer empfangstechnisch äußerst brisanten Örtlichkeit. Die Hauptstadt befindet sich tief in einem tiefen Talbereich. Die Hügel auf allen Seiten verhinderten also ein gewünschtes Empfangen der Westbilder. Aktuelle wichtige sportliche Nachrichten waren somit nicht zu bekommen. Schade aber die Wahrheit: In Dresden wusste kein Bürger, was in im Westen passierte.
Mit etwas Aufwand ließ sich der Makel aber beheben: Dresdner gingen bei wichtigen Programmen einfach in benachbarte Orte, um den lokalen Nachrichtennotstand zu umgehen. Besonders in anderen Bereichen in Sachsen gab es Westbild und Nachrichten vollkommen einfach. Klar war auch: Man sollte den Fernseher nur leise stellen, der Nachbar sollte doch nicht wissen, dass die Dresdner nur wenig Nachrichten sehen konnten.
Jedoch wie sehen die Dresdner heute die Welt der aktuellen Nachrichten? Ganz klar, 22 Jahre nach dem Fall der Mauer sind die Geschichten vom Tal der Ahnungslosen und die abnormen Ausritte in nicht weit entfernte Kommunen nur noch Erzählungen. Dresden ist endlich stark im 21. Jahrhundert verankert. Mittlerweile tümmeln sich annähernd alle sächsischen Printmedien im Internet, die die Dresdner mit Neuigkeiten aus Sport, Politik oder Party versorgen. Somit sind Nachrichten zur Massenware geworden. Zuletzt ebenfalls in Dresden.