Nachtwäsche im Wandel der Zeit

surfer2807
Familie
Samstag, 21. März 2009

Nachtwäsche dient heutzutage in den seltensten Fällen nur als Bekleidung für die Nacht. Vor allem für Frauen ist sie viel mehr als das. Nachtwäsche, zum Beispiel in Form von Dessous und Negligés, hat immer etwas Erotisches an sich. Man möchte zwar bedecken, aber im Grunde genommen möchte man eigentlich viel lieber zeigen . . .

Dieser Zweck der Nachtwäsche hat sich allerdings erst in den letzten Jahrzehnten herauskristallisiert. Früher trugen sowohl Männer als auch Frauen ziemlich unansehnliche weiße Bettkleider, die einzig und allein dazu dienten, den Körper nachts warm zu halten. Es war früher nicht üblich, die Wohnräume rund um die Uhr zu heizen und so mussten sich die Menschen in den kalten Nachtstunden durch warme Kleidung und dicke Daunenbettdecken warm halten.

Zusätzlich zu den weiten Gewändern trug man so genannte Schlafmützen. Für Männer hatten diese die Form einer Zipfelmütze, während Frauen runde Häubchen mit Spitzenbesatz trugen.

Diese Schlafmützen dienten aber weniger der Warmhaltung des Körpers, sondern vielmehr der Hygiene. Die häuslichen Zustände, die wir Mitteleuropäer heute als hygienisch betrachten, waren in früheren Jahrhunderten nicht einmal in einem Krankenhaus gegeben. Es war üblich, das Läuse, Flöhe und anderes Ungeziefer mit im Haus lebte. Daher trug man nachts Mützen, um den Kopf vor etwaigem Befall zu schützen.

Das unansehnliche Nachtgewand wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts allerdings immer mehr vom Pyjama verdrängt. Dieser stammt ursprünglich aus Indien und wurde zu Beginn seiner Etablierung in Europa vor allem von Männern getragen, während die Frauen weiterhin das gute alte Nachthemd trugen. Heute tragen aber sowohl die Damen, als auch die Herren, am liebsten bequeme Zweiteiler aus Baumwolle oder Satin zum Schlafen. Der Begriff Pyjama wird gleichbedeutend mit dem Wort Schlafanzug verwendet.

Wenn aber im Bett nicht nur geschlafen, sondern auch anderen Dingen nachgegangen werden soll, bevorzugen die weiblichen Schläfer die oben genannten Negligés oder Babydolls, die meistens aus hauchfeinem Chiffon hergestellt werden.

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