Linux... aber bitte mit GRUB!
Als Anwender hat man unter Linux – erfreulicherweise – im Gegensatz zu so manch anderem Betriebssystem die berühmte Qual der Wahl. Diese macht auch nicht Halt, wenn es darum geht, zu entscheiden, welcher Bootmanager dafür sorgen soll, dass das Linux-System auf dem jeweiligen Computer überhaupt gestartet wird. Dabei scheint sich seit geraumer Zeit GRUB, oder Grand Unified Bootloader, als Favorit herauskristallisiert zu haben. Dies auch nicht ohne Grund, denn gegenüber den anderen Bootmanagern unter Linux hat GRUB überzeugende Vorteile aufzuweisen.
So zum Beispiel ist der Grand Unified Bootloader mit einem eigenen Installationsprogramm ausgestattet und somit davon unabhängig, welches System er auf dem jeweiligen Rechner vorfindet. Zudem bietet GRUB eine native Unterstützung für solche File Systems wie ext2, ReiserFS, BSD oder FAT32. Ein weiteres Plus besteht darin, dass GRUB multi-boot-fähig ist. So können nicht nur ohne Weiteres unterschiedliche Linux-Kernel oder auch andere UNIX-artige Systeme gebootet werden, auch völlig fremdartige Betriebssysteme wie das Windows lassen sich so parallel starten. Hierbei kommt das sogenannte Chainloading zum Einsatz – GRUB spricht den Bootloader bzw. Bootsektor des jeweiligen Betriebssystems an und übergibt an diesen anschließend den Bootvorgang. Nicht minder vorteilhaft ist zudem, dass GRUB nicht, wie etwa Lilo, mit den Blocklisten zusammenarbeitet, sondern die Dateien direkt auffindet. Dies verschafft diesem leistungsstarken Bootloader Unabhängigkeit von etwaigen Kernel-Änderungen und ermöglicht das Starten eines Systems, welches bis dato dem Grand Unified Bootloader unbekannt war. Um mehr über die Bootprozedur oder die übrigen Linux-Grundlagen zu erfahren, ist die Teilnahme an einem entsprechenden Lehrgang Seminar: Novell Suse Linux sehr empfehlenswert.