Schublade auf, Info rein
Stereotypen sind fest in den Köpfen der Menschen verankert. Sobald ein Mensch eine Information über einen anderen erhält, sucht er die passende Schublade für diese Neuigkeit. Der Gegenüber wird automatisch klassifiziert. Das liegt auch daran, dass die Welt in Gruppen eingeteilt ist: Bewohner eines Kontinents, einer Nation oder Region bilden eine Gruppe. Schwarzhaarige werden anders als Blonde eingeteilt. Auch die Mitglieder eines Vereins oder einer Institution ergeben eine mehr oder weniger homogene Masse. Ein Teil hat zum Beispiel eine private Krankenversicherung, ein anderer eine gesetzliche oder eine Krankenversicherung für Selbstständige. Diese Gruppen werden weiter unterteilt. Es ist möglich, dass einige Mitglieder der gesetzlichen Versicherung die Einkommensgrenze für die private Krankenversicherung überschreiten. Dann gehören sie zur Gruppe derjenigen, die eine freiwillige gesetzliche Versicherung haben. Bei der Krankenversicherung für Selbständige existiert die Untergruppe derjenigen, die die Beitragsbemessungsgrenze erreichen. Gruppendenken ist an sich keine schlechte Sache. Es ermöglicht ein Wir-Gefühl, hilft beim Aufbau sozialer Kontakte und ordnet die komplexe Welt. Ist dieses Denken aber zu stark ausgeprägt, können dadurch auch Hindernisse geschaffen werden. Das negativste Beispiel ist sicherlich das Dritte Reich. Das Gruppendenken der Arier hat zur Vernichtung, zu Krieg und Gewalt geführt. Es ist logisch, dass sich eine Gemeinschaft stets von einer anderen abgrenzt. Allerdings sollte dennoch Respekt gegenüber der Umwelt bewahrt bleiben. Sobald der verloren geht und die anderen als Feinde angesehen werden, kehren sich die positiven Eigenschaften einer Gruppe ins Negative um. Solange die Gruppe relativ schwach ist, hat das nur geringe Auswirkungen. Wird sie allerdings zu stark, kann das katastrophale Folgen haben.