Schädliches Spielzeug der anderen Art
Während die optisch noch junge Plastikdame für viele ein absolutes Liebes- und Kultobjekt ist, löst sie bei anderen nur Kopfschütteln bis hin zu direkter Ablehnung aus. Für emanzipierte Frauen und alle, die auf Gleichberechtigung und -behandlung Wert legen, ist die Puppe die vollkommene Indoktrinierung von jungen Mädchen in ein Rollenbild, das nicht mehr zeitgemäß ist und wenn doch, dann ist die Situation zu betrauern. Dass nämlich die Barbie tatsächlich jede Menge Menschen, vor allem natürlich heranwachsende Damen, anspricht, ist klar. Zum einen kennt ein jeder die Marke Barbie, Studien ergaben, dass der Bekanntheitsgrad des Produkts in Deutschland bei 100 Prozent liegt.
Der Wert dürfte auch in Österreich, vor allem da ein Großteil der Werbung importiert ist, in etwa in gleichen Höhen rangieren, wodurch das amerikanische Girlie, gewollt oder ungewollt, bewusst oder unbewusst, jede Menge Einfluss auf jede Mädchengeneration ausübt. Und genau diesem Einfluss wird unterstellt, dass er einerseits chauvinistische Klischees transportiert. Nicht ganz zu Unrecht, gilt die Barbie doch allgemein hin als der Inbegriff des naiven Mädchens, das wenig anderes als Shopping und Mode im Sinn hat. Nicht nur deswegen müssen ja monatlich neue Outfits für das Mini-Model von Eltern erbettelt werden. Doch damit nicht genug, der weitere Vorwurf vielerseits lautet, dass die Plastikdame unrealistische Vorstellungen bezüglich eines erwachsenen Frauenkörpers und ein schädliches Schönheitsideal transportiert. Sicher tut dies auch die Werbung und das Fernsehen, doch die bekommen eh auch genug Kritik dahingehend ab.
Darum wird Barbie beziehungsweise ihr Hersteller Mattel oft für Essstörungen von jugendlichen, teils noch prae-pubertären Frauen verantwortlich gemacht. Denn die Körpermaße und Proportionen der kleinen Dame sind, trotz bereits erfolgter Realitätsanpassungen, immer noch recht weit weg von einer gesunden, geschweige denn einer durchschnittlichen Frau. Offenbar vermag aber alle Kritik den Erfolg der Puppe de facto nicht zu schmälern, denn sie erfreut sich bei den Jüngsten noch immer größter Beliebtheit.